Betta albimarginata „Malinau“ in Borneo und in unseren Aquarien

 

© Udo Trummer für Betta United

Das Heimatgewässer dieser Fische im Nordosten Borneos ist ein Klarwasserbach im dichten Primärwald, der mit einer Breite von zwei Metern und einer maximalen Tiefe von 150 cm beschrieben wird. Die Fische wurden jedoch ausschließlich in Ausständen mit einer Tiefe von 10 bis 15 cm gefunden. Hauptsächlich Laubansammlungen (über feinen weißen Sand), aber auch Äste unter der Wasseroberfläche charakterisieren die „Einrichtung“ des Heimatbiotops. Pflanzenwuchs findet dort unter der Wasseroberfläche nicht statt, dient in unseren Aquarien somit „nur“ der Wasserqualität sowie der Sauerstoffversorgung und unserem Auge.

Im Jahreslauf sind die betta albimarginata periodisch schwankenden Wasserwerten ausgesetzt, da ihr Bach ein Vertreter der in Borneo seltenen, saisonal harten Gewässer ist. In den zwei Perioden der starken Monsunregen (Wintermonsun im Jänner und Sommermonsun im Juli) sinken durch die starken Regenfälle die Wasserwerte, in den Zeiten dazwischen verschieben sich die Werte wieder nach oben. Auch wenn sich dieser Zyklus in Borneo infolge der täglichen äquatorialen Regenfälle nur abgeschwächt auswirkt, so können die Gewässer auch dort bis über 12 °dGH aufhärten. 

Fundort bei Malinau im Mai 1996:

pH 5,5 - 6

unter 3 °dGH, - °dKH

26 - 27 °C

 

period. Schwankungsbereiche:

pH 4,5 - 6,8

0 -18°dGH bei max. 10°dKH

22 - 26 °C

Haltungsempehlung:

pH um 5, 3- 8

dGH, max. 6 °dKH°

23 - 26 °C


Für die Fortpflanzungszeit haben sich daher pH 5,5 und 3 bis maximal 6 °dKH bewährt, für das restliche Jahr können diese Wasserparameter getrost höhere Werte erreichen.
Weniger als 21 °C und mehr als 29 °C sollen zu ernsthaften Problemen führen und sogar tödlich enden. Eine gute Sauerstoffversorgung entspricht dem Herkunftsgewässer und ist bei Unwohlsein oder gar Problemen durch einen Wasserwechsel eine einfach durchzuführende Maßnahme. Auch wenn dunkle Flecken in den Flossen und am Körper erscheinen, ist ein Wasserwechsel das Gebot der Stunde. Diese „Pigmentflecken“ sind ein Anzeichen von organischen Abbauprodukten im Wasser und es sollten dann auch organische Dekorationselemente wie Laub, Wurzelholz etc. ausgewechselt oder entfernt werden. Sogar das so gepriesene Moorkienholz beginnt irgendwann mit der Abgabe von Inhaltsstoffen – ohne lebt es sich unbeschwerter!

Abwechslungsreiche Ernährung mit Lebend- und Frostfutter ist unerlässlich. Den verbreiteten Bedenken gegenüber Tubifex und roten Mückenlarven als Albifutter kann ich mich durch fehlende negative Erfahrungen nicht anschließen, allerdings achte ich sowohl auf Qualität als auch Quantität! Aus Sicherheitsgründen wässere ich diese Futterarten einige Tage vor dem Verfüttern, wechsle dabei das Wasser täglich und gebe sie – wie die ebenfalls sehr energiereichen Enchyträen – nur einmal (periodisch vielleicht maximal zweimal) pro Woche.Das heißt, dass es Enchyträen oder Tubifex oder roten Mückenlarven einmal (periodisch vielleicht maximal zweimal) pro Woche für meine Albis gibt.


Nun zur Quantität, denn die meisten Bettas (wie andere Aquarienfische auch) leiden unter Futterüberfluß und verfetten! Wie auch namhafte Kollegen immer wieder betonen, können erwachsene Fische bedenkenlos nur jeden zweiten Tag gefüttert werden! Eine viertägige Futterpause nach einer kräftigeren Fütterung (entweder besonders viel oder eben Tubifex, roten Mückenlarven und Enchyträen) sollte unseren Fischen gegönnt werden und auch ein 14tägiger Urlaub ohne Füttervertretung ist für gesunde Fische kein Problem. Dem kann ich mich nur anschließen, was mich vor Jahren meine Microctenopoma ansorgii, afrikanische Schaumnestbauer, gelehrt haben. Über ungefähr vier Jahre bekamen die vier Fische ca. alle 10 Tage ein Portionssäckchen Lebendfutter oder zwei Frostfutterwürfel und wurden damit in bester Kondition – und ausgewölbten Körperkonturen – älter als alle anderen, mir bekannten Artgenossen. Leider bleiben diese konditionsverbessernden und lebensverlängernden Fütterungsempfehlungen aber anscheinend meistens ungehört oder werden zumindest nicht umgesetzt.

Quellen:
Dickmann, P. (2005): Maulbrütende Kampffische, Aquaristik aktuell Sonderheft 1/2005
Donoso-Büchner, R., Schmidt, J. (1999): Kampffische Wildformen, bede-Verlag Ruhmannsfelden
Ripley, S. D. (1966): Tropisches Asien – Flora und Fauna, Time-Life International, NL
IGL-Arbeitsgruppe Maulbrütende Betta:
www.igl-home.de/AGs/maul_betta.html
Scharfenberg, M.:
www.kletterfische.de/Aqua_MS/Betta_MS/Betta_albimarginata_MS.html
Schlüter, M.:
www.weichwasserfische.de

 

© Udo Trummer für Betta United