Der Formenkreis Betta coccina

 

© Thomas Pelzer für Betta United

Allgemeines

Die Arten Betta coccina, B.livida, B.tussyae, B.burdigala, B.uberis und die Laubschlupf-/Zwergkampffische B.persephone, B.brownorum und B.rutilans bilden eine einheitliche Gruppe, die sich in ihren Ansprüchen an Haltung und Zucht sehr ähneln.

 

Das Vorkommen beschränkt sich auf rein tropische Bereiche Süd-Ost-Asiens. Sie bevorzugen gleich bleibende Temperaturen mit geringen, aber wichtigen, tages- und jahreszeitlichen Schwankungen. Ihre natürlichen Lebensräume liegen in bewaldeten Regionen mit Sümpfen und Torfmooren.

 

 

 

Die Nachahmung des Lebensumfeldes entscheidet über Erfolg oder Misserfolg in Haltung und Zucht. Aufgrund der Spezialisierung auf weiches, saures und keimarmes Wasser ist die Toleranz gegenüber Umweltveränderungen vergleichsweise gering und reiht die Arten des Formenkreises B.coccina vor allem deshalb in die Gruppe der empfindlicheren Fische.  

Dementsprechend ist der Bestand in ihren Heimatländern aufgrund der massiven Umweltveränderungen gefährdet und auch deren weitergehender Export zu Gunsten der Aquaristik. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir uns in Mitteleuropa ausschließlich auf vorhandene Bestände stützen müssen. Importe der meisten Arten sind schon jetzt eine Seltenheit und beruhen in der Regel auf privaten Initiativen. Meines Wissens nach, wurde über Jahre außer B.coccina und B.rutilans unbekannter Herkunft und B.brownorum „Matang“ keine weitere Art aus dem Formenkreis nach Österreich importiert. 

Die Nachzucht bekannter Fundortvarianten ist das Gebot der Stunde. Nur mit ihr werden wir auch zukünftig diese wunderbaren Tiere in unseren Aquarien erhalten können. 

 

Spezielles

Die Arten B.coccina, B.livida, B.tussyae, B.burdigala und B.uberis benötigen im Vergleich zu den Laubschlupf-/Zwergkampffischen B.persephone, B.brownorum und B.rutilans, Aquarien mit deutlich größerer Grundfläche, auch wenn nur ein Paar gehalten wird. Dies beruht auf der zu erwartenden Endgröße (Laubschlupf-/Zwergkampffische bleiben üblicherweise deutlich kleiner), der meiner Erfahrung nach höheren innerartlichen Aggression und auf dem größeren Bewegungsbedürfnis. Ebenso ist die Toleranz gegenüber dem eigenen Nachwuchs nicht so ausgeprägt wie bei den Laubschlupf-/Zwergkampffischen, die regelrechte, wenn auch zeitlich begrenzte, Familienverbände begründen. 

 Wir bieten unseren Pfleglingen Wasser von sehr geringer Härte, die Karbonathärte sollte vor allem zur Zucht nicht nachweisbar sein, und mäßigen Temperaturen. Ebenso sollte sich der pH-Wert deutlich im sauren Bereich befinden.  

Nebst regelmäßigen Wasserwechseln, dessen Wasser in den Eigenschaften vor allem im Jahresverlauf geringfügig schwanken darf und soll, ist der allgemeinen Hygiene durch maßvolles Füttern von hochwertigem und abwechslungsreichem Lebendfutter, besondere Aufmerksamkeit zu schenken. 

Die Aquarien benötigen bei einer reichhaltigen Bepflanzung, die bei der Stabilisierung der Wassergüte eine wichtige Rolle spielt, keine Filterung. Strömung wird von unseren Bettas gemieden.  

Unter den zwingend einzuhaltenden Wasserbedingungen haben sich Arten der Gattungen Ceratopteris, Cryptocoryne, Microsorum und Salvinia sowie diverse Moose als besonders ausdauernd erwiesen. Diese Pflanzen benötigen  keine großen Lichtstärken, was auch unseren Pfleglingen entgegen kommt – sie haben es lieber düster. Schwimmpflanzen bieten die notwendige Abschattung, den Blickschutz von oben, eine Grundstruktur zum Schaumnestbau und durch regelmäßiges Auslichten einen Garant für gleich bleibend gute Wasserbedingungen.  

Eine weitere wichtige Bedeutung der Bepflanzung, besteht in der Strukturierung des Freiwasserbereiches, die zusätzlich mit trockenen, belaubten Eichen- oder Rotbuchenästchen, Savannen- oder Moorkienhölzern erfolgen kann. Die reichhaltige, dreidimensionale  Gestaltung hilft Auseinandersetzungen zu vermeiden und deren Schaden gering zu halten, da das unterlegene Tier genug Möglichkeiten hat, seinem Verfolger zu entgehen. 

Der Bodengrundaufbau erfolgt mit Torfgranulat und im Herbst gesammelten, abgestorbenem Laub von Eiche oder Rotbuche. Eine regelmäßige Kontrolle auf Zersetzungsprozesse im Bodengrund und der biogenen Masse, Reinigung und Austausch   ist erforderlich. 

Unter solchen Bedingungen zeigen sich die, als heikel bekannten Arten des Formenkreises B.coccina dauerhaft von der schönsten Seite. 

Dem Interessierten empfehle ich mit der IGL, der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (http://www.igl-home.de/) und BettasUnited, der Seite für alle Betta- und Labyrinthfisch Fans (http://www.bettasunited.at.tt/) über die angeschlossenen Foren Kontakt aufzunehmen. 

©Thomas Pelzer für BettasUnited